Stimmt die Anzeige? So prüfen Sie Ihr Hygrometer vor der Heizsaison

Mit dem Beginn der Heizsaison steht in vielen Wohnungen wieder ein kleines Thermo-Hygrometer auf dem Regal. Es soll zeigen, ob die Luft zu trocken ist oder ob Schimmelgefahr droht. Nur: Woher weiß man, dass der angezeigte Wert stimmt? Gerade günstige Geräte weichen bei der Luftfeuchtigkeit teils deutlich voneinander ab. Stellt man zwei nebeneinander, zeigen sie nicht selten verschiedene Werte. Die gute Nachricht: Die Genauigkeit lässt sich mit Mitteln aus der Küche prüfen.

Warum es auf ein paar Prozent ankommt

Für Wohnräume wird meist eine relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent empfohlen. Liegt der Wert dauerhaft darüber, steigt vor allem an kalten Außenwänden und in Fensterecken das Schimmelrisiko. Liegt er darunter, empfinden viele Menschen die Luft als unangenehm trocken.

Wenn ein Hygrometer nun zehn Prozentpunkte zu niedrig misst, zeigt es 50 Prozent an, wo in Wahrheit 60 herrschen. Man fühlt sich auf der sicheren Seite und lüftet zu wenig. Umgekehrt lüftet man bei einem zu hoch messenden Gerät ständig und heizt damit zum Fenster hinaus. Beides lässt sich mit einem einfachen Test vermeiden.

Der Salztest Schritt für Schritt

Der Test nutzt einen physikalischen Effekt: Über einer gesättigten Kochsalzlösung stellt sich in einem geschlossenen Behälter bei Raumtemperatur eine relative Luftfeuchte von etwa 75 Prozent ein. Diesen Wert kann man als Referenz verwenden. So gehen Sie vor:

  • Einige Esslöffel normales Kochsalz in ein kleines Schälchen geben und nur so viel Wasser dazugeben, dass ein feuchter Brei entsteht. Das Salz darf sich nicht vollständig auflösen.
  • Das Schälchen zusammen mit dem Hygrometer in einen gut schließenden Behälter stellen, zum Beispiel ein großes Einmachglas oder eine Frischhaltedose.
  • Den Behälter verschließen und an einem Ort mit gleichbleibender Temperatur stehen lassen, nicht auf der Fensterbank und nicht in der Nähe der Heizung.
  • Mindestens acht bis zwölf Stunden warten, besser über Nacht, damit sich das Gleichgewicht einstellt.
  • Den Wert ablesen, am besten durch das Glas, ohne den Behälter zu öffnen.

Zeigt das Gerät etwa 75 Prozent, misst es in diesem Bereich zuverlässig. Liegt es darunter oder darüber, notieren Sie die Abweichung. Manche Geräte lassen sich justieren. Bei den meisten einfachen Modellen geht das nicht, dann merkt man sich die Differenz und rechnet sie im Alltag gedanklich mit.

Wer es genauer wissen will, kann eine zweite Messung mit Magnesiumchlorid machen, das über der gesättigten Lösung rund 33 Prozent erzeugt. Damit sieht man, ob das Gerät nur verschoben misst oder im trockenen Bereich zusätzlich ungenau wird.

Worauf wir bei Hygrometern außerdem achten

Genauigkeit ist nicht alles. Bei unseren Einschätzungen schauen wir auch darauf, wie gut sich die Anzeige aus einigen Metern Entfernung ablesen lässt, wie schnell das Gerät auf Veränderungen reagiert, zum Beispiel nach dem Lüften, und ob es Minimal- und Maximalwerte speichert. Gerade die Maximalwerte verraten viel, etwa wie feucht es morgens im Schlafzimmer wirklich war. Auch der Batteriewechsel sollte ohne Werkzeug und Fummelei möglich sein.

Ein letzter Hinweis aus der Praxis: Hygrometer brauchen nach einem Standortwechsel etwas Zeit. Wer das Gerät vom kühlen Keller in das warme Wohnzimmer trägt und sofort abliest, sieht einen Wert, der mit dem Raum noch wenig zu tun hat. Eine halbe Stunde Geduld reicht meistens aus.

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